Wer bezahlt die Spitex? Diese Frage stellen sich viele Betroffene und Angehörige, wenn Unterstützung zuhause nötig wird. Die gute Nachricht: Ein grosser Teil der Kosten wird in der Schweiz übernommen – allerdings nicht alles. In diesem Artikel erfahren Sie klar und verständlich, wer welche Leistungen bezahlt und welche Kosten Sie selbst tragen müssen.
- 1. Wie setzen sich die Spitex-Kosten zusammen?
- 2. 1. Krankenkasse: Wer zahlt medizinische Pflege?
- 3. 2. Gemeinde & Kanton: Öffentliche Unterstützung
- 4. 3. Sie selbst: Was muss man privat bezahlen?
- 5. 4. Ergänzungsleistungen (EL): Unterstützung bei kleinem Einkommen
- 6. 5. Zusatzversicherung: Lohnt sich das?
- 7. Beispiel: Wer zahlt konkret?
- 8. Zusammenfassung: Wer bezahlt die Spitex?
- 9. Tipp: Die passende Unterstützung finden
- 10. FAQ – Häufige Fragen
Wie setzen sich die Spitex-Kosten zusammen?
Die Kosten für Spitex-Leistungen bestehen aus drei Hauptbereichen:
- Medizinische Pflege (z. B. Wundpflege, Medikamente)
- Grundpflege (z. B. Körperpflege, Mobilisation)
- Hauswirtschaft & Betreuung (z. B. Einkaufen, Reinigung)
Je nach Leistung übernimmt ein anderer Kostenträger die Finanzierung.
1. Krankenkasse: Wer zahlt medizinische Pflege?
Die Krankenkasse übernimmt einen grossen Teil der medizinischen Pflege. Dazu gehören:
- Behandlungspflege (z. B. Injektionen, Verbände)
- Abklärung und Beratung
- Teilweise Grundpflege
Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung. Die Abrechnung erfolgt nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG).
Wichtig: Die Krankenkasse übernimmt nicht 100 % der Kosten.
Ihr Anteil:
- Franchise (je nach gewähltem Modell)
- Selbstbehalt (10 % bis max. CHF 700/Jahr)
- Patientenbeteiligung (kantonal geregelt)
Weitere Infos finden Sie direkt beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).
2. Gemeinde & Kanton: Öffentliche Unterstützung
Ein Teil der Spitex-Kosten wird durch öffentliche Gelder finanziert:
- Gemeinden
- Kantone
Diese übernehmen einen festgelegten Anteil der Pflegekosten, damit die Versorgung zuhause überhaupt bezahlbar bleibt.
Das bedeutet: Ohne staatliche Unterstützung wären Spitex-Leistungen deutlich teurer.
3. Sie selbst: Was muss man privat bezahlen?
Ein Teil der Kosten bleibt immer beim Patienten:
- Franchise + Selbstbehalt
- Patientenbeteiligung (je nach Kanton)
- Nicht gedeckte Leistungen
Besonders wichtig: Hauswirtschaftliche Leistungen (z. B. Putzen, Kochen) werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.
Diese müssen meist privat bezahlt werden – ausser es besteht eine Zusatzversicherung oder Unterstützung durch andere Stellen.
4. Ergänzungsleistungen (EL): Unterstützung bei kleinem Einkommen
Wenn die eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen, können Ergänzungsleistungen (EL) helfen.
Diese übernehmen unter anderem:
- Restkosten der Pflege
- Teilweise auch Betreuungskosten
Mehr dazu finden Sie bei der AHV/IV.
5. Zusatzversicherung: Lohnt sich das?
Eine Zusatzversicherung kann sinnvoll sein, da sie oft folgende Leistungen abdeckt:
- Hauswirtschaftliche Unterstützung
- Erweiterte Pflegeleistungen
- Mehr Flexibilität bei der Wahl des Anbieters
Ob sich eine Zusatzversicherung lohnt, hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab.
Beispiel: Wer zahlt konkret?
Ein typisches Beispiel:
- Gesamtkosten Spitex: CHF 100
- Krankenkasse zahlt: ca. CHF 50–60
- Gemeinde/Kanton: ca. CHF 20–30
- Eigenanteil: ca. CHF 10–20
Hauswirtschaft: oft 100 % privat zu bezahlen.
Zusammenfassung: Wer bezahlt die Spitex?
Die Spitex wird in der Schweiz durch ein dreiteiliges System finanziert:
- Krankenkasse (medizinische Leistungen)
- Gemeinde/Kanton (öffentliche Beiträge)
- Patient selbst (Eigenanteil & Zusatzkosten)
Wichtig: Nicht alle Leistungen sind gedeckt – insbesondere Betreuung und Haushalt müssen oft selbst bezahlt werden.

Tipp: Die passende Unterstützung finden
Je nach Situation kann es sinnvoll sein, verschiedene Angebote zu vergleichen:
So stellen Sie sicher, dass Sie die passende Lösung für Ihre Bedürfnisse und Ihr Budget finden.
FAQ – Häufige Fragen
Übernimmt die Krankenkasse alle Spitex-Kosten?
Nein. Die Krankenkasse übernimmt nur medizinisch notwendige Leistungen. Ein Eigenanteil bleibt immer bestehen.
Was kostet Spitex pro Stunde?
Die Kosten variieren je nach Leistung und Kanton, liegen aber oft zwischen CHF 80 und CHF 150 pro Stunde. Ein grosser Teil wird jedoch übernommen.
Wer bezahlt Haushaltshilfe bei Spitex?
Hauswirtschaftliche Leistungen müssen meist privat bezahlt werden, ausser es besteht eine Zusatzversicherung oder Unterstützung durch Ergänzungsleistungen.
Gibt es kostenlose Spitex?
Nein, vollständig kostenlos ist Spitex nicht. Durch Versicherungen und staatliche Beiträge wird sie jedoch stark subventioniert.